Björn Mehnert: „Die Jungs können stolz auf sich sein“

Björn Mehnert Bild: Sarah Wick

RW Ahlen hatte den Favoriten SC Preußen Münster am Rande einer Niederlange und steht am Ende doch wieder mit leeren Händen da. Münsters Jules Schwadorf verwandelt in der 89. Minute einen Foulelfmeter zum 1:0-Endstand. Ahlen hatte es zuvor mehrmals verpasst, selbst in Führung zu gehen. Die dicksten Chancen hatten Jan Holldack (28. Minute), Mike Pihl (63. Minute) und Rene Lindner, dessen Kopfball in der 65. Minute an die Latte geht.

In der 78. Minute muss Kapitän Sven Höveler wegen einer Notbremse runter vom Platz. Nach dem Spiel stand Ahlens Trainer Björn Mehnert Rede und Antwort.

Von der Einheit und dem Einsatz war das die beste Partie seit Langem.
Björn Mehnert:
Und trotzdem haben wir wieder nur null Punkte geholt.

„Gerade in der zweiten Halbzeit waren wir sogar besser im Spiel und spielbestimmend“

Bis kurz vor Schluss stand es 0:0. Die letzten elf Minuten waren dann aber nichts mehr für schwache Gemüter.
Mehnert:
Ich habe mich nach der Partie natürlich auch ganz schön aufgeregt und kann auch den Ärger der Jungs verstehen. Die haben sich richtig reingehängt und das umgesetzt, was wir von ihnen gefordert haben. Sie haben echt ein tolles Spiel gemacht. Man hat nicht gesehen, dass es der Vierte gegen den Letzten war. Gerade in der zweiten Halbzeit waren wir sogar besser im Spiel und spielbestimmend.

Zwischendurch war Ahlen dem Sieg ja auch näher als Münster.
Mehnert:
Wir hatten drei richtig gute Chancen, zwei waren sogar hundertprozentig sind. Beim Kopfball von Lindner hat der Münsteraner Torwart gut gehalten. Münster hatte besonder aus dem Spiel heraus nicht diese Chancen. Wir laufen zweimal frei auf den Torwart zu, machen aber leider kein Tor. Die rote Karte ist völlig unnötig, weil wir sie selbst herbeigeführt haben. Der Elfmeter war zu weit weg, das kann ich nicht beurteilen.

Bei dem Schuss von Timon Schmitz hätte es meiner Meinung nach einen Elfmeter für uns geben müssen, da der Gegenspieler diesen mit der Hand abwehrt. Der Schiedsrichter gibt diesen aber nicht, was ärgerlich ist. In diesem Fall fühlt man sich dann schon benachteiligt. Münster kriegt den Elfmeter und wir kriegen kurz darauf einen klaren Elfer nicht. Auch die Jungs haben sich nach der Partie extrem benachteiligt gefühlt und waren danach sehr geknickt. Aber sie können stolz auf sich sein, sie hatten einen der Favoriten am Rande einer Niederlage.

„Wir müssen darauf jetzt aufbauen“

Trotzdem kann man aus dieser Niederlage sehr viel Positives mitnehmen.
Mehnert:
Wir müssen darauf jetzt aufbauen. Natürlich haben die Jungs erst einmal die Köpfe wieder unten, weil wieder nichts dabei rumgekommen ist. Aber auch dieses Spiel hat gezeigt, dass wir trotz allem Ärger konkurrenzfähig und der Liga würdig sind. Wir werden weiter hart arbeiten, um nächste Woche oder in zwei Wochen beim Heimspiel wieder Punkte zu holen.

Zum ersten Mal in dieser Regionalliga-Saison stand Rafael Hester im Tor und hat seine Sache gut gemacht.
Mehnert: Bernd Schipmann hatte sich am Freitag im Training einen Muskelfaserriss zugezogen.

Und auch die Startelf hatte heute wieder ein komplett neues Erscheinungsbild. Viele Jungs aus der Aufstiegstruppe waren diesmal am Start plus Jan Holldack und Nico Lucas.
Mehnert: Unser vorrangiges Ziel gegen Münster war es, kompakt und sicher zu stehen. Das haben die Jungs gut gemacht – bis auf zwei bis drei Situationen, zum Beispiel bei der roten Karte. Vorne haben die Spieler wie Steinfeldt, Pihl und Aboagye gut gearbeitet. Im Mittelfeld waren Altun und Holldack sehr viel unterwegs und haben viele Zweikämpfe gewonnen. Hinten haben wir ordentlich gestanden und nicht allzu viele Chancen zugelassen. Am Ende hatten wir 4:6 Ecken. Das ist auch noch einmal ein Zeichen, dass wir uns vor dem Gegner nicht versteckt und nur hinten reingestellt haben. Wir waren also auch relativ oft in der gegnerischen Hälfte.