90 Sekunden mit Kamil Waldoch

Nein, Kamil Waldoch hat absolut keine Lust auf Wiederholungen. In diesem Jahr soll alles anders werden. In der vergangenen Saison stieg der 24-Jährige mit dem FC Kray aus der Regionalliga ab. Diesmal will er unbedingt die Klasse halten und nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen ist der Glaube daran so groß wie lange nicht mehr. In Essen leitete Kamil den 2:2-Ausgleich ein und auch in den kommenden Spielen will der Mittelfeldmann, der gegen Rödinghausen sein 20. Pflichtspiel in dieser Saison machen könnte, dabei mithelfen, die Mission Klassenerhalt weiterhin in eine vielversprechende Richtung zu lenken. Uns stand Kamil im 90-Sekunden Interview Rede und Antwort:


Kamil, was dachtest du, als du dir vor zehn Tagen die Tabelle angesehen hast und was denkst du heute beim Blick auf die Tabelle?

Ehrlich gesagt habe ich mir die Tabelle nicht angeschaut. Uns war ohnehin klar, dass wir in der englischen Woche unbedingt gewinnen und punkten müssen, damit wir noch realistische Chancen auf den Klassenerhalt haben. Die Woche lief für uns nahezu perfekt und der Abstand ist deutlich kleiner geworden, doch wir fangen nicht an zu rechnen und befassen uns großartig mit der Tabelle, sondern für uns zählt nur das nächste Spiel und in dem müssen wir Rödinghausen besiegen.

Hätte man die Spiele gegen Düsseldorf und Wiedenbrück verloren, wäre das Thema Klassenerhalt vom Tisch gewesen, oder?

Da brauchen wir uns wohl nichts vormachen. Hätten wir diese beiden Partien verloren, dann wäre der Abstieg aus der Regionalliga sehr wahrscheinlich gewesen. Umso mehr freut es uns, dass wir die Woche so erfolgreich gestalten konnten und wieder zurück im Rennen sind. Ab jetzt ist alles möglich.

War es der erkämpfte 1:0-Sieg gegen Düsseldorf, den ihr gebraucht habt, um wieder an euch und eure Stärken zu glauben oder war etwas anderes ausschlaggebend für die jüngsten Erfolge?

Der Mannschaft mangelte es vor allem an Selbstvertrauen. Wir haben davor, von Wuppertal abgesehen, auch schon gute Spiele gemacht, doch wenn immer wieder die Belohnung und das Erfolgserlebnis ausbleibt wird das Selbstbewusstsein natürlich nicht größer. Wir wussten gegen Düsseldorf was auf dem Spiel steht und wollten mit aller Macht dieses Heimspiel gewinnen, egal wie. Das ist uns gelungen und gab uns endlich den erhofften Auftrieb, den wir in die Partien gegen Wiedenbrück und Essen mitnehmen konnten.

Vergangene Saison bist du mit dem FC Kray aus der Regionalliga abgestiegen und das ohne einen einzigen Sieg in der Rückrunde. Wie kräftezehrend war diese Erfahrung und wie unterschiedlich ist der Kampf um den Klassenerhalt in diesem Jahr mit Ahlen?

Es war eine traurige Saison mit Kray vergangenes Jahr. Nach unserem sensationellen Klassenerhalt im Jahr zuvor haben uns viele Leistungsträger verlassen und wir hatten eine sehr junge, unerfahrene Mannschaft. Irgendwann war der Abstand dann einfach schon zu groß. In Ahlen haben wir in diesem Jahr eine erfahrene Truppe. Viele Jungs haben auch schon letztes Jahr um den Klassenerhalt gekämpft und wissen genau worauf es ankommt. Leider war der Saisonverlauf in der Hinrunde nach den beiden Siegen zum Auftakt skandalös. Ich habe so etwas noch nie in meinem Leben erlebt. Wenn man so viele Spiele hintereinander verliert, dann hinterfragt man sich natürlich selbst. Anders als in Kray haben wir aber noch rechtzeitig wieder die Kurve bekommen. Die letzten Tage haben uns gezeigt, dass es auch wieder anders gehen kann.

Am nächsten Sonntag geht’s zuhause gegen Rödinghausen weiter. Warum werden wir das Spiel gewinnen?

Weil wir den Schwung, das vorhandene Selbstvertrauen und die gute Stimmung weiter mitnehmen und mit breiter Brust gegen Rödinghausen auftreten werden. Wir haben jetzt bewiesen, dass wir unsere Spiele mit dieser Einstellung auch gewinnen.