shopping-bag 0
Items : 0
Subtotal : 0,00 
View Cart Check Out

Alles, nur keine Majestätsbeleidigung

„Das macht echt Spaß“, sagt der 39-Jährige, der mit den Leuten scherzt, über alte Zeiten redet und später vom Schiedsrichter dabei erwischt wird, als er mit Güvenisik das Trikot tauscht. „Für mich ist das hier eine schöne Abwechslung.“ Canales Akzent ist unüberhörbar. Seit Jahren lebt der Ex-Profi LR Ahlens in Genk, betreibt in seiner Heimatstadt unter anderem ein Restaurant und ist Teilbesitzer einer Fußballschule, in der Belgiens Talente geschmiedet werden. „Da ist so ein Tag in Ahlen eine willkommene Pause“, meint der prominente Rückkehrer. Das Fußballspiel läuft nicht gerade sehr erfolgreich für Canale, der mit seiner Traditionsmannschaft 6:12 gegen das „All Star-Team“ verliert. „Kein Wunder bei dieser Einstellung. Statt sich umzuziehen und sich warmzumachen, haut sich der Pino lieber ein Stück Kuchen und `ne Tasse Kaffee rein“, ahnt Trainer Uwe Holz schon vor der Partie, dass der Auftritt ein Flop wird. „Ich wollte in der Pause die Brocken hin schmeißen“, wettert Holz mit einem Augenzwinkern und beendet seine Trainerkarriere, bevor sie begonnen hat.

Schuld sind unter anderem Erhan Albayrak, René Lewejohann und Ansgar Brinkmann, der sich nicht lumpen lässt und mächtig zu Werke geht: Ein Kunststück hier, eine Grätsche da, und dann der saftige Rempler gegen Jungspund Justin Perschmann, der am „weißen Brasilianer“ vorbei will, aber robust gebremst wird. Majestätsbeleidigung? Nicht mit Brinkmann! „Saucooler Typ, der Ansgar“, meint RW Ahlens Ex-Trainer Carlos Castilla, der sich schlapp lacht, als Brinkmann unaufhaltsam aufs Tor des Traditionsteams zuläuft: „Guckt mal, wie der den Taverna stehen lässt.“ Torwart Sebastian Völzow kann einem leid tun. „Ich habe hier ja immer schlecht ausgesehen“, flachst der Schlussmann, der froh wäre, wenn er einen Tomasz Waldoch im Team hätte. Der Ex-Schalker pflügt und grätscht über den Platz, als wenn wieder Derby im Parkstadion wäre, den Erzrivalen vor der Flinte und 60.000 Königsblaue im Rücken. Stattdessen aber nieselt der Regen auf die Legenden, der frische Wind fegt durch Brinkmanns zotteliges Haar. Nur rund 200 Zuschauer schauen sich das muntere Spielchen an, lassen die Laola schwappen, klatschen mit, stimmen Wechselgesänge mit Stadionsprecher Ralf Bosse an.

„Schade, die Veranstaltung hätte einen größeren Rahmen verdient“, sagt der Sport1-Kommentator, als die Akteure das Feld verlassen. Canale scheint das egal zu sein. „War echt super. Jetzt noch ein bisschen in der Kabine quatschen und dann ab nach Hause.“ Der Italiener winkt einem Mann auf der Tribüne zu. „Ist mein Kumpel. Er hat mich gefahren“, sagt Canale, der für den Tag nach dem Legendenspiel schon Böses ahnt. „Morgen tun mir die Knochen weh.“ So ist das eben mit den tapferen Helden von damals. Weiß auch Völzow: „Die Erinnerungen bleiben. Aber wir werden älter.“ (Text: Benedikt Miketta / Die Glocke)


RWA-Traditionsmannschaft:

Sören Stauder, Sebastian Völzow, Giovanni Taverna, Nico Niemeier, Predrag Uzelac, Justin Perschmann, Pino Canale, Jan Klauke, Musemestre Bamba, Danny Thioune, Ronald Maul, Cihan Yilmaz, Gianluca Marzullo.

All-Star Team:

Sascha Kirschstein, Tomasz Waldoch, Rene Lewejohann, Hasan Ugur, Erhan Albayrak, Ansgar Brinkmann, Sercan Güvenisik, Carlos Castilla, Tim Gorschlüter, Ismail Yerli, Rafael Lopez, André Witt, Joshua Travagli

Schiedsrichter:

Aldo Marzullo, Bernd Maack, Frank Deselears

Tore:

1:0 Albayrak (3.), 1:1 Albayrak (6., Eigentor), 2:1 Albayrak (13.), 2:2 Marzullo (14.), 3:2 Lewejohann (19.), 4:2 Güvenisik (24.), 5:2 Lewejohann (27.), 6:2 Albayrak (38.), 7:2 Güvenisik (47.), 7:3 Marzullo (48.), 7:4 Bamba (50., Foulelfmeter), 8:4 Lewejohann (52.), 9:4 Yerli (54.), 9:5 Yilmaz (60.), 10:5 Lewejohann (63.), 10:6 Marzullo (64.), 11:6 Yerli (66.), 12:6 Yerli (68.).


> Weitere Fotos gibt es auf unserer Facebookseite: www.facebook.com/rotweissahlen

RWA auf Facebook
RWA auf Instagram
RWA-TV