Offizielle Erklärung

Kurz vor dem entscheidenden Saisonfinale am Samstag in Mönchengladbach wurde am gestrigen Mittwoch ein offener Brief unserer ersten Mannschaft veröffentlicht, in dem nicht nur die Vereinsführung, sondern auch der Gesamtverein scharf kritisiert wurde. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung war von Mannschaftsseite aus bewusst gewählt und gerade deshalb ein Schlag ins Gesicht für den gesamten Club und ein Ärgernis für alle Beteiligten. Der Verein steht kurz davor das Insolvenzverfahren endgültig ad acta legen zu können und hat es sportlich zudem selbst in der Hand, die Saison mit dem Ligaverbleib am Samstag und dem Gewinn des Westfalenpokals am 28. Mai zu krönen. Am Mittwoch war aufgrund der Veröffentlichung allerdings nicht daran zu denken, sich auf das Sportliche zu konzentrieren. Die Vereinsführung gesteht ein, dass es gerade bei der Kommunikation Versäumnisse gab und manches hätte besser laufen müssen. Dagegen mussten wir mit großem Unverständnis lesen, dass noch immer offene Zahlungen eingefordert werden. Die letzten Zahlungen wurden wie zuvor vereinbart in dieser Woche erst überwiesen. Es gibt keine Zahlungsrückstände bei den Spielern für die aktuell laufende Saison, was von Vorstand, Buchhaltung und der kaufmännischen Geschäftsführung belegt werden kann. Lediglich der Spieler Rouven Meschede erhält noch eine Zahlung aus der zurückliegenden Spielzeit, wobei wir uns besonders gefreut haben, dass der Spieler bereits öffentlich ein Bekenntnis zum Verein abgegeben hat und auch in der nächsten Saison für Rot Weiss spielen will.

Am Mittwochabend wurde einstimmig eine Entscheidung getroffen, das Trainergespann um Marco Antwerpen und Uwe Peters freizustellen. Dabei handelt es sich nicht um die alleinige Entscheidung des Vorsitzenden Dirk Neuhaus. Die Entscheidung wurde gemeinsam mit der sportlichen Leitung und der Geschäftsführung getroffen. Das Trainergespann war sich darüber im Klaren, welche Auswirkungen der offene Brief haben wird. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung war haarsträubend und der Inhalt des Briefes vereinsschädigend. Wer in der normalen Arbeitswelt seinen Arbeitgeber öffentlich anprangert ist sich ebenso über die Konsequenzen bewusst. Der Zeitpunkt dieser Entscheidung ist auch für uns als Verein nicht optimal, dennoch war die Freistellung unvermeidbar und zudem bietet der Wechsel auf der Trainerposition auch sportlich eine Chance. Unter Antwerpen / Peters waren die Resultate in den vergangenen Wochen dramatisch. Die Mannschaft vergab zuletzt sechs Matchbälle in Serie und verspielte dabei in drei Partien sogar eine Führung. Mit U19-Trainer Andree Kruphölter bietet sich auch die Chance, neue Impulse freizusetzen und mit frischem Wind in die beiden Endspiele zu gehen.

Entgegen einiger Medienberichte wurde Kapitän Felix Backszat nicht freigestellt, sondern bis auf Weiteres suspendiert, da er den offenen Brief mit seinem Namen als Absender zur Veröffentlichung verschickte. Trotz seiner sportlichen Verdienste darf auch ein Mannschaftskapitän nicht ohne Konsequenzen ein Papier veröffentlichen, das seinem Club schadet. Ob und wann Felix Backszat wieder das Training aufnehmen wird, werden interne Gespräche mit der Mannschaft klären. Zuletzt möchten wir als Verein noch unterstreichen, dass nicht uneingeschränkt alle Spieler hinter den Aussagen im offenen Brief stehen, wie wir aus persönlichen Gesprächen wissen. Auf all diese Turbulenzen hätten wir als Gesamtverein gerne verzichtet, zumal wir positiv nach vorne schauen können: Die Insolvenz steht kurz vor dem Abschluss und sportlich sind in den nächsten Tagen zwei große Ziele zu erreichen. Umso wichtiger ist es, dass wir es alle nun schaffen, den Schalter umzulegen, die Mannschaft und Interimstrainer Andree Kruphölter bestmöglich unterstützen und alle dafür kämpfen, dass Rot Weiss die sportlichen Ziele erreicht. Der Fokus gilt nun einzig und allein der Partie am Samstag. Diese außerordentlichen Nebengeräusche haben Fans, Helfer und Sponsoren nicht verdient, sondern sie alle haben ausschließlich verdient, dass wir als Verantwortliche und die Mannschaft uns mit der Regionalliga befassen, um den Ligaverbleib für unseren Club zu schaffen. Das gelingt nur, wenn wir nun gemeinsam an einem Strang ziehen und nach vorne schauen.‪ #‎DRINBLEIBEN‬