Marco Antwerpen im Interview

Am Mittwoch (19:30 Uhr) testet Rot Weiss Ahlen in Sünninghausen gegen den SC Roland Beckum. Es wird das vorletzte Vorbereitungsspiel sein, bevor am 31. Juli das Abenteuer Regionalliga beginnt. Wir sprachen mit Trainer Marco Antwerpen über den aktuellen Stand der Vorbereitung:

 

Im Laufe der Vorbereitung wird immer gerne nach einem Zwischenfazit gefragt. Da schließen wir uns gerne an. Welche Entwicklung hast du seit dem ersten Training vor drei Wochen beobachten können?

„Wir hatten auch diesmal wieder viele Neuzugänge zu integrieren. Das ist immer ein Prozess, der auch jetzt noch läuft, mit dem wir aber generell nie Probleme hatten. Wir sind noch nicht genau da, wo ich uns schon gerne sehen würde, allerdings sind wir auf dem richtigen Weg. Wir erarbeiten uns gerade ein neues Spielsystem, so dass wir jedem Gegner gezielt etwas anbieten können.“

 

Wie schwierig ist es, aus der Aufstiegsmannschaft und den Neuzugängen ein neues, intaktes Mannschaftsgefüge entstehen zu lassen und das ist so kurzer Zeit?

„Die Spieler, die wir ausgesucht haben, passen hervorragend zu uns und in die Mannschaft. Es war ein verschworener Haufen und es wird wieder ein verschworener Haufen. Wie schon in der Vergangenheit ging es uns nicht nur um die reine Qualität der Spieler, sondern auch sehr stark um den Charakter und die Persönlichkeit jedes einzelnen.“

 

Den meisten Zuwachs gab es in der Verteidigung. War das in euren Planungen die größte Baustelle?

„Uns war klar, dass wir gerade im defensiven Bereich etwa tun müssen. Wir haben in der letzten Hinrunde hinten gut gestanden, haben dann aber im Laufe der Saison zu viele Gegentore bekommen und dementsprechend mussten wir uns vor allem in der Defensive verstärken. Mit dem neuen Personal sind wir dort jetzt auch breiter aufgestellt.“

 

Cihan Yilmaz ist ein Spieler, der aufgrund seiner Vergangenheit ganz besonders im Fokus steht. Er bringt technische Qualitäten ebenso mit wie Torgefahr und reichlich Erfahrung. Wie wichtig war seine Verpflichtung?

„Cihan bringt sehr viel Erfahrung und Routine mit. Er hat fast jede erdenkliche Situation beim Fußball schon einmal erlebt und weiß, wie man damit umzugehen hat. Er bringt von Anfang an hier seine Qualitäten ein und ohne jede Frage ist Cihan ein Spieler, den wir ganz dringend noch benötigt haben.“

 

Diesmal stehen drei statt nur zwei echte Stürmer im Kader. Ist es schön und schwierig zugleich, zwischen Yildirim, Marzullo und Bolat zu wählen?

„Zusammen mit Damir können wir vorne sogar vier Spieler aufbieten. Dadurch bieten sich uns natürlich andere Möglichkeiten als bisher. Bislang konnten wir immer nur mit einer Sturmspitze spielen. Jetzt können wir auch mit zwei Stürmern auf dem Platz agieren.“

 

Ist es auf der Torhüterposition weiterhin so, dass sich Arne Kampe und Sören Stauder ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern?

„Anders kann man es wirklich nicht sagen. Beide bewegen sich auf dem gleichen Level und es wird wieder die schwierigste Entscheidung für uns werden, wen wir spielen lassen.“

 

Im Testspiel gegen Haltern erzielte Felix Bechtold ein Traumtor aus knapp 30 Metern Entfernung. Damit hat er vermutlich selbst dich noch einmal überrascht, oder?

„Ganz ehrlich? Wir wussten, dass er diese Qualität mitbringt und auch aus solchen Entfernungen gefährlich schießen kann. Felix ist sehr präsent auf dem Platz und macht derzeit einen sehr guten Eindruck in der Vorbereitung.“

 

Also der Auftrag für Felix Bechtold lautet, gegen Aachen ein ähnliches Tor aus 30 Metern erzielen?

(lacht) „Wenn er das hinkriegt würden wir nicht Nein sagen.“

 

Wie sieht es bei den Spielern aus, die noch verletzt sind oder im Laufe der Vorbereitung pausieren mussten? Aygün Yildirim, Hakan Gültekin, Nico Lenz, Timo Achenbach, Julius Richter und Sebastian Stroemer?

„Aygün hat bisher leider den Großteil der Vorbereitung verpasst, er ist aber auf einem guten Weg und schon wieder im Mannschaftstraining. Hakan und Nico werden vor der Rückrunde wohl nicht zurückkehren mit ihren Kreuzbandrissen. Timo Achenbach hat derzeit immer wieder Probleme mit dem Knie und muss pausieren. Julius Richters Sprunggelenk muss noch einmal untersucht werden. Da hatte er immer wieder Schwierigkeiten mit. Strömi hat jetzt zweimal wieder gespielt, macht große Fortschritte, man merkt ihm die lange Auszeit aber noch deutlich an.“

 

2 Euro ins Phrasenschwein… Wo steht die Mannschaft? Was haben das 0:2 gegen Oldenburg und tags darauf der 4:0-Sieg in Vreden zur Beantwortung dieser Frage beigetragen?

„Uns war wichtig zu sehen, was wir taktisch mit der Mannschaft spielen können und in welchen Bereichen wir noch am meisten arbeiten müssen. Dafür sind solche Spiele letztendlich ja auch vorgesehen. Wo die Mannschaft steht, das kann man vielleicht nach zehn Spieltagen in der Regionalliga sagen.“

 

Zwei Testspiele sind es noch, beide gegen Oberligisten. Am Mittwoch gegen den SC Roland und am Samstag zur Saisoneröffnung gegen den Brinkumer SV aus der Bremenliga. Was wird abgesehen vom Ergebnis das Wichtigste für dich in diesen beiden Spielen sein?

„Das wir sehr gut in der Defensive stehen und den Gegner vom eigenen Tor fern halten. Das ist der Fokus. In der Offensive haben wir genügend Spieler, die Tore machen können. Auf die Offensivstärke können wir uns fast immer verlassen.“

 

Das Eröffnungsspiel rückt immer näher. Noch 10 Tage bis zum Duell gegen Alemannia Aachen. Wie sieht gerade das Barometer der Vorfreude aus? Steigt es täglich?

„Absolut. Wir freuen uns schon sehr auf das Eröffnungsspiel und die kommenden Aufgaben und Vereine, gegen die wir spielen dürfen. Es ist keine neue Situation für den Verein, aber für unsere Spieler. Bei allem Respekt, aber Aachen und Oberhausen ist etwas anderes als in der Oberliga gegen Sprockhövel oder Ennepetal zu spielen. Die Clubs in der Regionalliga bringen viel Tradition mit, dort wird Fußball gelebt und da sind wir endlich wieder angekommen.“