Wilschrey: Sportstipendium in den USA hat ihn geprägt

„Die Wahrheit liegt auf dem Platz“, das wusste schon Otto Rehhagel. Für unseren Neuzugang Max Wilschrey lag sie in der vergangenen Woche einmal auf dem Tennisplatz. Warum? Wir haben den Max dort zum Interview getroffen, weil er sich in seiner Freizeit hin und wieder auf dem Tennisplatz austobt. Unter dem Hashtag #heimspiel werden wir euch künftig unsere Jungs und ihr Leben abseits des Fußballplatzes etwas näher vorstellen. Mit unserer „33“ starten wir in diese neue Serie.

Max Wilschrey wurde vor der Saison als neuer Stürmer verpflichtet, zuvor war er beim TuS Rot-Weiß Koblenz unter Vertrag. Der 24-Jährige ist in der Region kein Unbekannter, ausgebildet wurde er bei Arminia Bielefeld und hat dort auch eine Saison unter dem damaligen Cheftrainer Norbert Meier gespielt. Eine weitere Station war der SC Wiedenbrück. Welche Zeit für ihn am prägendsten war, hat der Neu-Ahlener uns im Interview verraten.

Max Wilschrey macht den Auftakt der Porträt-Reihe mit RW Spielern Bilder: Henning Wegener

Max Wilschrey über…

… über Vorbilder: „Richtige Vorbilder gab es nicht. Ich mochte Mario Gomez immer gerne, daher trage ich auch die 33. Ein richtiger Fan war ich aber nie: Entweder du spielst Fußball oder du bist Fan.“

… seine Zeit in den USA: „Ich war damals in Oldenburg unter Vertrag und habe mit dem Gedanken gespielt, mithilfe eines Sport-Stipendiums nach Amerika zu gehen. Ich habe dann in Köln an einem Vorspielen mit 60 Spielern und Vertretern von 20 Universitäten teilgenommen und war einer der Besten. Am Ende hatte ich Angebote von 13 Unis in der Tasche und konnte mir eines aussuchen. Ich habe mich für die Old Dominion University in Virginia entschieden. Das Team hat in der ersten Division gespielt und ich habe dort ein volles Stipendium bekommen – sprich alles an Kosten wurde übernommen. Zusammen mit drei anderen Fußballern habe ich in einem Haus direkt gegenüber dem Campus gewohnt und neben dem Fußball Business Administration studiert. Das Gute dort ist, dass Fußball und die Uni perfekt aufeinander abgestimmt sind. In meinem letzten Jahr an der Uni war ich mit 13 Toren und sieben Tor-Vorlagen der sechsbeste Spieler im ganzen Land. Daraufhin wurde ich vom MLS-Seattle Sounders eingeladen, die Saisonvorbereitung mitzumachen. Zu einem Vertrag hat es dort leider nicht gereicht. Nach meiner Unizeit habe ich noch ein Jahr beim Proficlub Chattanooga FC in Tennessee gekickt. Insgesamt habe ich mich in Amerika sehr wohl gefühlt, weil ich die Mentalität dort sehr gerne mag und könnte mir auch vorstellen, dort länger zu leben.“

… sein Masterstudium und seine beruflichen Ziele: „Neben dem Fußball liegt mein Fokus liegt derzeit auf meinem „Master of Business Administration“ mit dem Schwerpunkt Personalmanagement, den ich als Fernstudium an der Old Dominion University weiterführe. Da bin ich ziemlich gut eingespannt und das wird auch noch ein Jahr so sein. Für mich ist es natürlich praktisch, dass ich das online machen kann und neben dem Fußball noch eine Absicherung habe. Später würde ich gerne beides – also Fußball und Business Administration – kombinieren und beispielsweise bei einem großen Sportartikelhersteller arbeiten. Auch einen Job im Hotelbereich oder im Tourismus könnte ich mir gut vorstellen, da ich gerne mit Menschen zusammenarbeite.“

Wenn Max nicht auf dem Fußballplatz ist, ist er oft auf dem Tenniscourt anzutreffen. Er spielt gerne mit seiner Freundin

… seine Sportverrücktheit: „Ich treibe einfach gerne viel Sport. Wenn ich nicht auf dem Fußballplatz stehe, bin ich oft im Fitnessstudio oder spiele hin und wieder Tennis.“

…seinen Instagram-Account: „Ich mache Instagram nur aus Spaß, aber das hat sich mittlerweile ganz gut entwickelt (er hat knapp 15.000 Follower, d.Red.). Ich setze ein bis zweimal die Woche einen Post mit dem Fokus auf Fußball, Fitness und Lifestyle ab. Durch meinen Account ist die Redaktion der TV-Show „Temptation Island – Versuchung im Paradies“ auf meine Freundin und mich aufmerksam geworden. Wir hatten schon einen unterschriftsreifen Vertrag vorliegen, aber dann hat meine Freundin einen Rückzieher gemacht. Ich hätte gerne mitgemacht, das wäre eine coole Promotion gewesen und hätte viele neue Follower gebracht. Ich sehe viele Dinge locker. Mir ist ist egal, was andere denken. Diese Mentalität habe ich aus Amerika mitgebracht.“

… seine Ziele im Fußball: „Ich möchte als Fußballer viel von der Welt sehen und viele unterschiedliche Fußballkulturen kennenlernen. Das reizt mich.“

In der vergangenen Woche lieferte sich Max ein Duell mit der neuen RW Pressefrau Simone Zettier, die ebenfalls in der Regionalliga spielt – aber im Tennis