Hoch soll er leben

Heute, am 28. August, feiert Klaus Gerbsch seinen 70. Geburtstag. Die meisten kennen ihn nur unter seinem Spitznamen Erbse, unseren allseits beliebten Teambetreuer. Wir wünschen dir, lieber Erbse, alles Gute und viel Gesundheit. Zur Feier des Tages veröffentlichen wir hier noch einmal ein Interview mit Erbse, das wir 2015 für unser Stadionmagazin geführt haben:

Erbse, seit wann besteht dieser Spitzname eigentlich schon?
Den habe ich schon seit meinem ersten Schuljahr. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich damals der Kleinste und Dickste in der Schule war.                                                                  

Wann und wo hat mit dem Fußball alles bei dir angefangen?
Mit sieben Jahren bei Blau-Weiß Ahlen. Da ging die große Karriere richtig los.             

Wie lange hast du insgesamt für unseren Verein die Fußballschuhe geschnürt?
Ich musste mehrere Male berufsbedingt aufhören, bin aber immer wieder angefangen und bin durchgängig bis zum heutigen Tage im Verein tätig.                                        

Und auf welcher Position hast du früher gespielt?
Von Anfang an habe ich vorne gespielt und im Laufe der Jahre wurde ich dann umfunktioniert. Übers Mittelfeld ging es in die Verteidigung und letztendlich war ich ein kompromissloser Libero.                                                 

Woran denkst du immer wieder gerne zurück?
Wichtig waren immer die Duelle Blau-Weiß gegen TuS Ahlen. Das waren immer so richtige Grabenkämpfe vor und nach den Spielen und auch auf dem Platz ging es immer gut zur Sache.                                                         

Für welchen Verein, außerhalb von Ahlen, schlägt dein Herz?
Das ist der Verein mit dem Geißbock. Es kam einfach dazu. Köln war damals recht erfolgreich und irgendwann habe ich dann gesagt, ich bin FC-Fan. Dabei ist es dann halt geblieben. Ich muss aber unbedingt wieder ins Stadion. Mein letzter Besuch ist bestimmt schon zehn Jahre her.

Du warst später jahrelang als Jugendtrainer bei uns im Verein tätig, oder?
Das stimmt. Das habe ich damals gemacht und bin sogar mit unserer B2-Jugend aufgestiegen.                           

Einen weiteren Job hattest du danach dann als Schiedsrichterbetreuer.                       
Das war dann der nächste Job, den ich hier im Verein hatte. Rund drei Jahre lang habe ich in der 2. Bundesliga immer die Unparteiischen bei uns betreut. Helmut Krug, Herbert Fandel, Babak Rafati, Deniz Aytekin, alles ganz liebe Leute.                                                                 

Wie kamst du schließlich zum Job des Mannschaftsbetreuers?
Ich habe Willi Pott ab und an unter die Arme gegriffen und irgendwann ist es einfach dabei geblieben.

Damals 2. Liga, heute Oberliga. Hat sich dadurch in deinem Aufgabenbereich etwas geändert?
Die Arbeit ist die gleiche geblieben. Wir können hier mit einem sehr hohen Standard arbeiten und die Bedingungen hier findet man in der Oberliga sonst nirgends. Das macht es sehr angenehm.

In deinem Betreuerraum hängen einige Spielerbilder an der Wand, etwa von Stefan Fengler und Ansgar Brinkmann. Warum sind es genau diese Spieler?
Die Bilder hingen dort schon zu Willi Potts Zeiten. Ich habe aber beide natürlich auch kennengelernt. Der Stefan ist ein wirklich ganz feiner Mensch und der Ansgar einfach vom Typ einmalig. Ein Kämpfer, der sich nichts gefallen lassen hat.                                                       

Du hast viele Spieler kommen und gehen sehen. Bei wessen Weggang hast du denn die größte Träne verdrückt?
Da gibt es mehrere, obwohl ich immer alle gleich behandelt habe und keine Lieblinge hatte. Aber natürlich ist man bei manchen Jungs traurig, wenn das Tagesgeschäft im Fußball weitergeht und die Leute zum nächsten Verein ziehen.

Wie umgänglich waren denn Marco Reus und Kevin Großkreutz?
Sehr pflegeleicht. Beides so Typen, die die Lieblinge der Schwiegermutter sein könnten. Marco ist auch heute noch so ein ruhiger und zurückhaltender Typ und bei Kevin war das innerhalb des Teams nie anders. Beides absolut super Kerle.                                                         

Was gab es denn von Spielerseite aus an Sonderwünschen, die die Jungs hatten?
In einem Fall sollte ich einmal die Stutzen eines Spielers kaputt schneiden. Der Spieler zog beim Training immer seine eigenen Socken an und zog darüber die Stutzen, deshalb sollte ich seine Stutzen im Fußbereich immer abschneiden. Aber ich werde natürlich keinen Namen nennen. (lacht)                                                                                     

Was ist heute für die Mannschaft am Wichtigsten, was vor oder nach dem Training immer vorhanden sein muss?
Diese Truppe kommt komplett ohne Sonderwünsche aus. Die wollen höchstens noch ein zweites Handtuch von mir, wenn die nach dem Training mal in die Sauna gehen.   

Du führst auch eine Getränke- und Snackliste, denn umsonst gibt’s bekanntlich nichts. Sorgst du dafür, dass alle Spieler immer brav einen Strich auf der Liste machen, wenn sie am Kühlschrank waren?
Da ist jeder selbst für verantwortlich. Das wird nicht täglich kontrolliert, aber man kann auch jedem Spieler vertrauen. Da ist kein Pappenheimer dabei, der sich umsonst einen Müsliriegel oder etwas schnappt.       

Wer hat denn mit Abstand die meisten Striche?
Das müssten Julius Richter und Sebastian Stromer sein. Wenn alle anderen nach dem Training duschen, gehen die beiden erst an den Kühlschrank und machen es sich gemütlich.

Wie sieht eigentlich ein normaler Trainingstag für dich aus?
Ich bin eine Stunde vor dem Training da und schließe für die Jungs alles auf. Die Trainingssachen sind dann alle schon gewaschen und liegen bereit. Wenn die Spieler dann trainieren, muss ich noch einiges erledigen und wenn es nur darum geht, überall sauber zu machen. Das ist hier wie eine große Familie und einer muss immer aufräumen. Schlusspunkt ist dann meistens gegen 21:15 Uhr. Alle Sachen zusammenräumen, die Wäschekörbe füllen und Julius rausschmeißen, weil der freiwillig nur sehr selten die Umkleide vor 21 Uhr verlässt.