45 Minuten lang in der Endphase

In der jüngeren Vergangenheit war es nicht immer der Fall, dass unsere Mannschaft ein spätes Gegentor kassierte, dadurch einen Heimsieg verpasste und beim Schlusspfiff dennoch mit großem Beifall und der anerkennenden Unterstützung von knapp 1.000 Fans bedacht wurde. Das 1:1 im Freitagsspiel gegen den SC Wiedenbrück war somit kein ganz normales Unentschieden. Schon die Kulisse machte dies deutlich. Obwohl zeitgleich der Klassiker Deutschland gegen Niederlande im TV lief, fanden 910 Zuschauer den Weg ins Wersestadion. Belohnt wurden sie mit einem abwechslungs- und temporeichen Nachbarschaftsduell, das noch für längere Zeit in Erinnerung bleiben wird.

„Wir haben gefühlt 45 Minuten lang die Endphase eines Spiels erlebt“, erklärte Wiedenbrücks Trainer Björn Mehnert nach der Partie. Tatsächlich fühlte sich die Begegnung lange Zeit so an, als würde bereits die Nachspielzeit laufen. Beide Mannschaften gönnten sich keinerlei Verschnaufpausen und bekämpfen sich mit mehr oder weniger fairen Mitteln in einem hochklassigen Match. Dies führte jedoch nach einer halben Stunde schon zu einem Platzverweis gegen Marvin Schurig, der nach einer kurzen Rudelbildung mit glatt Rot in die Kabine geschickt wurde. Auslöser war das harte Einsteigen von Viktor Maier gegen Mike Pihl. Maier sah dafür “dunkelgelb“ und Schurig rot, nachdem er erst zwei Minuten zuvor nach einem Foulspiel mit der gelben Karte durch Schiedsrichter Leonidas Exuzidis verwarnt wurde.

Zu diesem Zeitpunkt war auch bereits ein Tor gefallen. Ahlen startete forsch und ging in der 9. Minute in Führung. Einen Freistoß verwandelte der Ex-Wiedenbrücker Sven Höveler per Kopf zum 1:0 für RWA. Das offene Spiel änderte sich mit dem Platzverweis, denn fortan übernahmen die Gäste, immerhin der Meisterfavorit der Oberliga Westfalen, das Kommando und die Spielkontrolle. Unsere Mannschaft zog sich in Unterzahl zurück und wartete auf Kontersituationen, doch trotz der spielerischen Dominanz wurden die Gäste nur selten wirklich gefährlich, da die Elf von Christian Britscho leidenschaftlich verteidigte. In der 56. Minute hätte Luca Steinfeldt nach einem Freistoß sogar auf 2:0 erhöhen können, doch er stand dabei im Abseits.

Wenn der SCW zu Abschlüssen kam, waren es meist Versuche aus zweiter Reihe, die ihr Ziel verfehlten. Anders in der 78. Minute. Nach einer Flanke und einer Kopfballverlängerung landete der Ball bei Luei Omar, der das Leder gegen die Laufrichtung von Bernd Schipmann zum verdienten 1:1-Ausgleich ins Netz köpfte. Beinahe wäre Wiedenbrück am Ende noch als Sieger vom Platz gegangen, doch ein letzter Freistoß durch den Torschützen Omar landete in der Nachspielzeit knapp über dem Kasten von Schipmann. So ging die Punkteteilung schlussendlich auch in Ordnung, da die Gäste insgesamt in ihrer Überzahl zu wenig gute Ideen und Argumente für einen Auswärtssieg besaßen. „Meine Mannschaft hat sich den Applaus der Zuschauer heute verdient. Das war kämpferisch eine großartige Leistung. Dadurch haben wir uns diesen Zähler verdient und ich bin sehr stolz auf meine Spieler“, so Christian Britscho nach aufreibenden 90 Minuten, die auch der nicht so schnell vergessen wird.

Weiter geht es für unser Team am 6. Spieltag mit der Auswärtspartie beim ASC 09 Dortmund (15. September, 15:00 Uhr). #nurgemeinsam

Rot Weiss Ahlen: Schipmann – Schurig, Höveler, Lindner, Eickhoff – Schmitz (82. Stroemer), Cieslak (46. Kaldewey), Schmidt (88. Nieddu) – Pihl, Steinfeldt (79. Güney), Mai

Tore: 1:0 Höveler (9.), 1:1 Omar (78.)

Gelbe Karten: Höveler, Lindner, Eickhoff, Mai / Maier, Hüsing, Ercan

Rote Karte: Schurig (32., Tätlichkeit)

Zuschauer: 910

Schiedsrichter: Leonidas Exuzidis